conspire…

Nachdem ich die letzte Transmediale ja eher langweilig fand, bin ich dieses Mal sehr versöhnt. Das liegt zum einen am Ort des Geschehens, dem Haus der Kulturen der Welt, ist im Wesentlichen aber inhaltlich begründet. Interessante Arbeiten, die technisch, künstlerisch/ästhetisch oder sogar philosophisch anspruchsvoll umgesetzt wurden, im Idealfall alles zusammen.

Anregend.

Lumina
Lumina, Ursula Berlot, 2007

Club Transmediale

Club Transmediale im Maria am Ostbahnhof
(Heute Nacht im Maria am Ostbahnhof.)

Vinicio Capossela

Vinicio Capossela im Babylon-Kino am Rosa-Luxemburg-Platz
Beeindruckend, laut, leise, schräg, soft, heavy, klassisch, gefühlvoll, romantisch, klagend, fragend, schnell, rockig, getragen, experimentell, populistisch, enthusiastisch, engagiert, – fast jedes Adjektiv passt zur Musik von Vinicio Capossela. Nur langweilig ist sie nicht!

Toni Mahoni im Vorprogramm war die perfekte Ergänzung.

Potsdamer Schlössernacht

Potsdamer Schlössernacht 2007
Für die Potsdamer Schlössernacht wurden laut Website bereits am Vorverkaufstag, dem 9. Dezember 2006 (!) in nur 110 Minuten alle 32.000 Tickets verkauft. Das allein mag vermitteln, welchen Eindruck das Spektakel in den vergangenen Jahren wohl hinterlassen hat.

Für mich war es das erste Mal und die erste positive Erfahrung dabei war, dass das Parken auf dem BuGa-Parkplatz inklusive Shuttle-Service kostenlos war. Respekt!

Ich war schon lange nicht mehr in Sanssouci, konnte mich aber noch vage an den einen oder anderen Ort auf dem Gelände erinnern. Nicht jedoch an die enorme Weitläufigkeit, der es letztlich auch zu verdanken ist, dass die 32.000 Besucher zwar deutlich wahrnehmbar waren, dabei aber nicht eingeengt wirkten.

Musikalisch wurde viel geboten. Chöre, Solisten verschiedener Art, Theater und Orchester waren zahlreich vertreten und vor den eindrucksvollen (und abends herrlich beleuchteten) barocken Kulissen zu bewundern. Insgesamt eine angenehm entspannte Atmosphäre.

Wir tanzten den unsittlichen Fandango

Kennt man, oder?
“Fandango”.
Klingelt’s?
Erste Klassenfete. Anfassblues?!
(Naja, wenn man Jahrgang 1966 +/- ist.)

Der Begriff taucht in einem Song von Procol Harum (=’Fern der Dinge‘, ist aber falsch; “Procul” wäre richtig) auf, aber an den Namen der Band konnte ich mich auch nicht mehr erinnern. “A Whiter Shade of Pale” heißt der Song. (Kürzlich neu interpretiert von Erdmöbel.) Es geht um den spanischen Tanz, der, ähnlich dem Bolero, langsam beginnt und immer schneller und leidenschaftlicher wird.

Auch Queen verwendeten den Fandango in einer Textzeile in ihrem Song “Bohemian Rhapsody”:

»Scaramouche, Scaramouche, will you do the fandango?«

Die Hintergründe erklärt das Damen Conversationslexikon bereits in der Ausgabe von 1834.

Schöne Erinnerungen…

Schöner wohnen

WohnenLeben Sie etwa noch…?!

Im Haus am Waldsee kann man im Rahmen des Designmai noch bis zum 31.05. Produkt- und Wohndesign bewundern. Da gibt es zum Beispiel Bücherregale, die ihrem Namen alle Ehre machen, eine Dusche, die eigentlich nur aus einem Schlauch besteht und trotzdem auch für den Innenbereich geeignet zu sein scheint und viele andere nützliche und/oder schöne Einzelstücke.

Besonders beeindruckt hat mich der Bauzaun im Außengelände, dessen Drahtkonstruktion eine Sitzfläche formt. Das wäre wirklich eine Alternative zu den sonst an Baustellen gebräuchlichen Absperrungen. Bin gespannt, ob sich das durchsetzt.

(Foto: Paula)

Denkmalschutz

Denkmalschutz

Na dann…

Weekend Gallery

Weekend Gallery in CharlottenburgVernissage im Dunkeln.

Kellerräume.

Bei Stromausfall kostet das Bier nur 1 Euro und die Bilder von Peter Klint sehen bei Kerzenlicht ganz anders aus. Ein passender Rahmen für exotische Texte.

Etwas kühl vielleicht, selbst auf dem Sofa. Aber komisch.

unfinish!

DEATH BEFORE DISKO von Herwig Weiser auf der TRANSMEDIALE.07 in Berlin

Einen besseren Titel hätte man für die transmediale.07 kaum finden können. Nicht, dass ich da Experte wäre – genau genommen war es mein erster Besuch dieser Reihe, aber was dort präsentiert wurde, war aus meiner Sicht weder spektakulär noch visionär. Kein neuer Aspekt, der nicht schon mal hinterfragt wurde. Nichts, was man nicht schon mal so oder so irgendwo gesehen hätte.
Kritik? Ja, aber behutsam – aber auch das haben wir alles schon tausend Mal gehört.

“Death Before Disko” von Herwig Weise (Bild oben) zum Beispiel (wobei “Deaf Before Disko” vielleicht treffender wäre): Na gut, da macht so eine Maschine komische Geräusche und blinkt dabei. Auch wenn es sich dabei um Datenströme aus der Weltraumforschung handelt, die audiovisuell umgesetzt wurden, soetwas hat es alles schon gegeben. Jede Lichtorgel kann das – mehr oder weniger. Aber schön sieht sie aus, die Maschine.

“Still Living” (Antoine Schmitt) ist auch so ein Fall. Eine Art Powerpoint-Animation auf mehreren Bildschirmen. Frieder Nake kann sowas besser.

TAKEN von David Rokeby auf der TRANSMEDIALE.07

Oder “Taken” von David Rokeby (Bild oben): Kameras beobachten das Publikum und projezieren Schnappschüsse mosaikartig auf einen Teil der Wand. Im anderen Teil werden automatisch selektierte Personen (jedenfalls, wenn die Mustererkennung funktioniert; sonst erscheint ein scheinbar willkürlicher Bildausschnitt) gezeigt und mit einem zufgällig gewählten Titel überschrieben. (Bei mir stand plötzlich “disinterested” da…)
Na gut, die Idee ist ganz lustig und augrund der großen Projektionsfläche wirkt das Werk auch recht gut. Neu ist das aber auch nicht, jeder (amerikanische) Flughafen setzt diese Techniken ein und jeder weiß das. Vor 10 20 Jahren hätte ich womöglich gestaunt.

Aber vielleicht habe ich das alles auch einfach nicht verstanden.

Mal sehen, ob die nächste transmediale “trivial” heißt.

Videoinstallation

Videoinstallation im Hamburger Bahnhof 11/2006

Neulich im Hamburger Bahnhof.

Men, War & Peace

Im SpON habe ich vor ein paar Wochen von der Newton, Nachtwey, LaChapelle-Ausstellung gelesen und war sehr gespannt, wie sich diese unterschiedlichen Stile in einer Ausstellung verbinden lassen.

Gar nicht, könnte die Antwort nüchtern lauten.

Jeder Bereich für sich ist jedoch einen Besuch alle Mal wert. Nachtweys Kriegs- und Krisenfotos sind dabei aber ein ganz besonderes Kaliber. In die weitgehend heilen Welten Newtons und LaChapelles eingebettet, bietet sich dem Betrachter ein Kontrast, der nicht ohne weiteres zu verdauen ist, zumal er doch allzu deutlich unsere tägliche Ignoranz offenbart.

Window - Reiner LeistDagegen ist auch die Installation Window von Reiner Leist im Kaisersaal des Museums harmlos. Sie beeindruckt aber speziell durch ihren dokumentarischen Charakter (Leist fotografierte über einen Zeitraum von 10 Jahren stets aus dem gleichen Fenster mit Blick auf Manhattan, auch im September 2001) und nicht zuletzt aufgrund der Form der Präsentation.

“Men, War & Peace” ist noch bis zum 20. Mai 2007 im Museum für Fotografie zu sehen. Die Ausstellung “Window” endete heute.

Jonathan Monk

“Das wird dir gefallen”, sagte meine fachkundige Begleiterin und beförderte mich in das Haus am Waldsee. Und tatsächlich:

SpiegelJonathan Monk (geb. 1969 in Leicester, in Berlin lebend) arrangiert, interpretiert oder konterkariert die Kunstwerke anderer auf eine Weise, die einen oft unwillkürlich zum Schmunzeln veranlasst. Unkonventionell mit Konventionen spielend. Und trotz persönlicher Abwesenheit stets präsent, dabei aber angenehm unaufdringlich.

Da ist zum Beispiel ein runder Spiegel, der sich in der Mitte eines Raumes dreht und überraschende Perspektiven bietet.
(Jedenfalls, wenn man richtig steht…)

Irgendwo hängt ein Stück Papier mit dem Text “THERE IS NO REASON FOR ME TO DO THIS”. Und auf einem anderen Bild pinkelt Monk seinen Vornamen in den Sand.
Darauf muss man erstmal kommen. (Das Spektakulärste, das ich auf diesem Gebiet bislang zustande gebracht habe, war es, im Hafen von New Orleans in den Mississippi zu pinkeln, was mir fast eine Nacht im Knast eingebracht hätte.)

Auch interessant: The Unrealised Realised, 2003, 16 mm Farbfilm, 10 Minuten und 38 Fotografien.
(Wenn man nicht dazwischen steht.)

The Unrealised Realised

Laser-Projektionen gefallen mir ja fast immer, wenn die Idee gut ist. The Speed Of Light MachineJedenfalls für eine gewisse Zeit, denn oft geht die Darstellung sehr schnell ganz schön auf die Augen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Februar 2007 zu sehen.

Videokunst

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Video-Kunst. Die Arbeiten von Tony Oursler mit dem Auge schrecken mich sogar regelmäßig ab. Ist wie ‘ne Augen-OP ohne Narkose.

Aber das hier (derzeit im Hamburger Bahnhof) hat mir gefallen.

Videoinstallation

Leider habe ich mir weder den Titel, noch den Namen des Künstlers gemerkt.

Selbstportrait

…einer Digitalkamera.

Casio Exilim S500 Selbstbildnis

Aufgenommen in der Blei-Bibliothek von Anselm Kiefer im Hamburger Bahnhof. Die Arbeit trägt den Namen “Volkszählung” und stammt, wie ich aus informierter Quelle weiß, aus dem Jahr 1991.

Der Doktorspiegel gewährte nicht nur der Kamera einen tieferen Einblick.

Darum ging es mir aber eigentlich gar nicht. Erst mit dem Wissen um das Werk kommt die Erinnerung an jene Volkszählung, und den Protest dagegen.

Wann war das, als wir mit selbstaufgemalten Barcodes auf der Stirn zur Schule gegangen sind? 1983? Da war ich 17. Und Anselm Kiefer war 38, aber ich hatte noch nie von ihm gehört. Bis gestern nicht.

Die Volkszählung fand laut Wikipedia (ich kann mich an solche Daten nicht mehr erinnern; eigentlich kann ich mich an gar keine Daten erinnern, vom Datum der letzten Millennium-Party mal abgesehen) erst 1987 statt. Vier Jahre Später entstand (oder vollendete sich) Kiefers Werk. Zu einer Zeit, zu der ich diese Volkszählung sicherlich schon wieder vergessen hatte.

(Beim Googeln zu diesem Thema bin ich auf auf diese schöne Führung gestoßen. Lesenswert.)

Felix Gonzalez-Torres

Felix Gonzalez-Torres

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