Microfiche
Buchhaltung an sich ist mir ein Graus. Und der Tag, an dem sich das Zusammenstellen der Unterlagen für die Einkommensteuererklärung nicht weiter verschieben lässt, verdirbt mir bereits Wochen vorher den Appetit. Es sind geradezu körperliche Qualen, die ich dabei erleide. Dieses stundenlange Sortieren, Suchen, Lochen, Abheften, Einordnen, Kontieren, Rekapitulieren, Erbsen zählen. Zum Kotzen. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fehlt jedes Jahr genau ein Kontoauszug oder ein wichtiger Beleg, der einen weiteren Arbeitsgang erfordert und dazu führt, dass, nachdem er wiederbeschafft wurde, was in der Regel nicht am gleichen Tag möglich ist, ich mich einen weiteren Tag mit der verhassten Materie beschäftigen muss.
Dieses Mal waren es sechs fehlende Kreditkartenabrechnungen vom Januar bis Juni 2007. Irgendwann vor langer Zeit habe ich wohl mal zugestimmt, bei Vorliegen einer neuen Abrechnung per E-Mail informiert zu werden und online darauf zugreifen zu können. Was mir weder klar war, noch weiter auffiel, war die Tatsache, dass diese seit dem nicht mehr automatisch zugesandt wurden. Ebenfalls verschwiegen wurde, dass die Onlineverfügbarkeit auch auf lediglich 12 Monate begrenzt ist. Juli bis Dezember konnte ich also online finden, als PFD downloaden und ausdrucken. Für die fehlenden ersten sechs Monate musste ich mich per Kontaktformular an den Service der BERLINER BANK wenden, dem ich mein Anliegen mitteilte.
Bereits wenige Tage später erhielt ich auch einen Rückruf. Die Bearbeiterin wollte wissen, ob ich tatsächlich sechs Belege “bestellen” wollte, denn jede Kopie würde immerhin 5 Euro kosten. Da mir der Preis für einen simplen Ausdruck etwas übertrieben erschien fragte ich nach und wurde darüber belehrt, dass das erstens so in den von mir bereits akzeptierten AGB stünde und es zweitens eben mit erheblichem Aufwand verbunden wäre, die Kopien zu beschaffen, da diese nur noch auf Mikrofilm vorlägen und auch von der Filiale nicht mehr abgerufen werden könnten. Mikrofilm? Ich war versucht, sofort alle Konten zu kündigen und sofort die Bank zu wechseln, fragte aber erst höflich, ob man bereits von der Existenz anderer Speichermedien wisse und sich eventuell vorstellen könne, diese einzusetzen.
Ich erhielt keine plausible Antwort.
Auch nicht auf die Frage, weshalb die Online-Verfügbarkeit auf dünne 12 Monate beschränkt sei. (Hier war ich versucht, der Bank eine 500GB Festplatte zu Verfügung zu stellen, mit der sicherlich eine Million Kunden über ihre Abrechnungen der letzten hundert Jahre verfügen könnten. Aus Pietätsgründen nahm ich Abstand davon.)
Es half nichts, ich musste in den sauren Apfel beißen und die blöden “Mikrofilm-Kopien” bestellen, die ich auch wenige Tage später in meinem Briefkasten fand: Einfache DIN-A4 Ausdrucke, leicht verschmiert, Seite für Seite mit einem Stempel der Bank versehen. Wow! – Aber wie lautet schon der Werbespruch der BERLINER BANK: “Wir wollen Sie begeistern!”.
Eine mutige Aussage.
Bar 25
Tolle Location,
schönes Wetter,
merkwürdige Türpolitik.
Waldfest Tegernsee

Warum das Waldfest in Tegernsee am Tegernsee Waldfest heißt, weiß ich nicht. Mit Wald hatte es nicht viel zu tun. Eher mit Bier, Semmln und Würschtn. War aber ganz nett. So eine Art Mini-Oktoberfest.
(Und attraktiv sind sie schon, diese Dirndl.)
Endlich für jedermann!
Ich wollte meinen Augen nicht trauen, aber die Werbeanzeige auf Spiegel Online ist tatsächlich echt: Der Lebensmitteldiscounter Plus bietet den Defibrillator MXHSPDU für den Hausgebrauch an.
Rubrik: “Fit im Alter.” Ich bin sprachlos.
Schön war das da!


