Die Roboter kommen

Zunächst mal: Das Museum für Kommunikation ist in prächtigen Räumen untergebracht. Allein dieser Umstand lässt auf eine interessante und spannende Präsentation schließen.

Leider weit gefehlt. Sowohl die permanente Ausstellung mit Telefonen und Briefkästen aus alten Zeiten, als auch die aktuelle Roboter-Show sind insgesamt recht enttäuschend.

Da wäre zunächst mal die Schatzkammer im Untergeschoss, auf die wir schon am Eingang hingewiesen wurden.
Es ist schon schwer erklärbar, weshalb die Blaue Mauritius so gut versteckt werden muss, aber auch die Anordnung der insgesamt 17 “Schätze” im dunklen Gewölbe führt dazu, dass man leicht ein paar davon übersieht. Wenn man sich jedoch mal für eine der Säulen entschieden hat, ist die Präsentation recht gelungen. Man muss aber erst direkt vor dem Objekt stehen, damit es beleuchtet und beschrieben wird. Es genügt also nicht, die Schatzkammer zu entdecken. Auch die einzelnen Schätze wollen gesucht und gefunden werden.

Die Roboter kommen - Ausstellung im Museum für KommunikationDie drei Roboter im Lichthof sind die eigentliche Attraktion. Am Auffälligsten der gelbe, der immer dem roten Ball hinterher läuft. Eine Information darüber, ob er ihn optisch wahrnimmt und deshalb folgt, oder ob vielleicht ein Sender im Ball steckt, fehlt leider. Egal. Den anwesenden Kindern macht es trotzdem Spaß.

Irgendwo im ersten Obergeschoss befindet sich eine Sammlung von Telefonen, Anrufbeantwortern und so Zeugs. Leider recht verstaubt und größtenteils in unerreichbarer Höhe montiert. Mit Mühe habe ich in ca. 4 Meter Höhe mein erstes C-Netz Telefon entdeckt. Aber ich fürchte, nur wenn man mal eines besessen hat, kann man es im Rahmen dieser Ausstellung identifizieren. Schade. Aber auch zu C-Netz, D-Netz, Iridium (Zeitraum, Anwendung, Nutzer, Vor-/Nachteile, etc.) o.a. fehlte jede Beschreibung. Man muss schon wissen, was man da sieht.
Fax, Bildtelefonie, Funk und andere Kommunikationstechniken waren völlig unterrepräsentiert oder fehlten ganz (oder ich habe sie übersehen). Und das waren nur die technischen Kommunikationswege. Was ist mit Rauchzeichen, Fahnen, Brieftauben oder Lichtsignalen? Wie kommunizieren Tiere? Und gab es nicht auch mal so etwas wie Pager? Mir ist da zum Beispiel noch Scall in Erinnerung.

Und dann gibt es da noch den metaphysischen Bereich, zum Beispiel Telepathie. Und die Suche nach bislang unbekannten Kommunikationsformen. Da ist SETI und zahlreiche andere Projekte. Nichts davon ist erwähnt. Ohne hier werten zu wollen, aber wenigstens eine Erwähnung gehört m.E. in eine umfassende Ausstllung. Ein Museum für Kommunikation sollte das leisten.

Im zweiten Obergeschoss gab’s ein paar Internet-PCs. Na toll. Und dann eine Roboter-Sammlung, die so aufregend war wie ein Damen-Doppel in der Kreisliga. Nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Ein Teil davon sogar außer Betrieb oder ohne erklärende Hinweise.
Dazu die üblichen Fotos (mittels Diaprojektor(!) an irgendeine Wand geworfen) und/oder Filmausschnitte: Metropolis, Westworld, Blade Runner, Star Wars, Terminator.

Auch meine nicht nur in Bezug auf Ausstellungskonzeptionen fachkundige Begleiterin war den Tränen nahe.

So, und jetzt schaue ich mir nochmal Silent Running an.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Die Roboter kommen”

  1. rob am 15. August 2007 15:27

    Huey und Dewey hätten sich über ihre ballspielende Verwandtschaft auch sehr amüsiert…

Schreibe einen Kommentar