unfinish!

DEATH BEFORE DISKO von Herwig Weiser auf der TRANSMEDIALE.07 in Berlin

Einen besseren Titel hätte man für die transmediale.07 kaum finden können. Nicht, dass ich da Experte wäre – genau genommen war es mein erster Besuch dieser Reihe, aber was dort präsentiert wurde, war aus meiner Sicht weder spektakulär noch visionär. Kein neuer Aspekt, der nicht schon mal hinterfragt wurde. Nichts, was man nicht schon mal so oder so irgendwo gesehen hätte.
Kritik? Ja, aber behutsam – aber auch das haben wir alles schon tausend Mal gehört.

“Death Before Disko” von Herwig Weise (Bild oben) zum Beispiel (wobei “Deaf Before Disko” vielleicht treffender wäre): Na gut, da macht so eine Maschine komische Geräusche und blinkt dabei. Auch wenn es sich dabei um Datenströme aus der Weltraumforschung handelt, die audiovisuell umgesetzt wurden, soetwas hat es alles schon gegeben. Jede Lichtorgel kann das – mehr oder weniger. Aber schön sieht sie aus, die Maschine.

“Still Living” (Antoine Schmitt) ist auch so ein Fall. Eine Art Powerpoint-Animation auf mehreren Bildschirmen. Frieder Nake kann sowas besser.

TAKEN von David Rokeby auf der TRANSMEDIALE.07

Oder “Taken” von David Rokeby (Bild oben): Kameras beobachten das Publikum und projezieren Schnappschüsse mosaikartig auf einen Teil der Wand. Im anderen Teil werden automatisch selektierte Personen (jedenfalls, wenn die Mustererkennung funktioniert; sonst erscheint ein scheinbar willkürlicher Bildausschnitt) gezeigt und mit einem zufgällig gewählten Titel überschrieben. (Bei mir stand plötzlich “disinterested” da…)
Na gut, die Idee ist ganz lustig und augrund der großen Projektionsfläche wirkt das Werk auch recht gut. Neu ist das aber auch nicht, jeder (amerikanische) Flughafen setzt diese Techniken ein und jeder weiß das. Vor 10 20 Jahren hätte ich womöglich gestaunt.

Aber vielleicht habe ich das alles auch einfach nicht verstanden.

Mal sehen, ob die nächste transmediale “trivial” heißt.

Kommentare

2 Kommentare zu “unfinish!”

  1. paulanotes am 1. Februar 2007 00:21

    Flach, banal, enttäuschend – das ist auch mein Fazit. Ich hoffe, die Veranstalter schaffen es, im nächsten Jahr wieder substantiell an Ausstellungen vergangener Transmedialen anzuknüpfen.

  2. m&ms am 26. Februar 2007 14:57

    Ich hab mir dieses Jahr auch als Premiere die Transmediale angeschaut und bin ebenfalls wenig angetan. Die Ausstellungsstücke waren in ihrer Zahl sehr übersichtlich, aber teilweise auch ganz nett, weil sie einfach und trivial in ihrer Umsetzung und dem dabei entstehenden visuellen Effekt.

    Teilweise waren mir die Werke vielleicht auch einfach zu viel “Kunst” und mir einfach zu hoch – genauso wie eine Installation: eine Art “Fernglas”, wie man sie von den verschiedensten Aussichtsplattformen kennt, das so hoch angebracht war, dass ich selbst auf Zehenspitzen nicht durchschauen konnte… da war der Künstler wohl doch nicht so “weitsichtig”.

    Fazit: Wirklich schade.

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