Lost in Translation
»Hatten deine Eltern keine Zeit für dich, oder warum sitze ich jetzt hier?«
Bemerkenswert.
Immer wieder ist alles anders

Kryptisch, natürlich. Obwohl man sich das eigentlich sparen könnte. Aber es muss wohl so sein.
Publiziert ist nicht gleich öffentlich. Oder doch? Und was wäre, wenn das falsche Tonband abgespielt würde, die falsche MAZ gesendet? “In 5 Minuten beginnen wir die Bombardierung der UdSSR.” hat Ronald Reagan mal ‘versehentlich’ gesagt. Die Welt ist davon nicht untergegangen. Und wer weiß schon, was wirklich in seinem Kopf vorgegangen ist?
Aber darum geht es hier gar nicht. Es ist nur ein kurzer Moment irritierter Wahrnehmung, oder vielleicht ein verwunschener Traum, oder geistige Umnachtung. Nichts besonderes also.
Und immer wieder sind es die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen.
Videoinstallation

Neulich im Hamburger Bahnhof.
Von ganz unten?
Kürzlich habe ich mir unsere Familienchronik mal wieder vorgenommen. Und was finde ich dort zu meinem Namen?
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My Peculiar Aristocratic Title is: Sir King Fisher the Villainous of Much Bottom Get your Peculiar Aristocratic Title |
[Via Etosha]
PAX
Wie kann IKEA dieses Schranksystem nur “PAX” nennen?
“BELLUM” wäre wohl eher angebracht.
Ich bin die Sonne!
Sonne also. Wusste ich es doch.

You are The Sun
Happiness, Content, Joy.
The meanings for the Sun are fairly simple and consistent.
Young, healthy, new, fresh. The brain is working, things that were muddled come clear, everything falls into place, and everything seems to go your way.
The Sun is ruled by the Sun, of course. This is the light that comes after the long dark night, Apollo to the Moon’s Diana. A positive card, it promises you your day in the sun. Glory, gain, triumph, pleasure, truth, success. As the moon symbolized inspiration from the unconscious, from dreams, this card symbolizes discoveries made fully consciousness and wide awake. You have an understanding and enjoyment of science and math, beautifully constructed music, carefully reasoned philosophy. It is a card of intellect, clarity of mind, and feelings of youthful energy.
What Tarot Card are You?
Take the Test to Find Out.
[Via Lucky (auch 'ne Sonne), Wortschnittchen (keine Sonne) und Paula (wieder sonnig)]
Ägypten

Flughafen Berlin-Tegel, 04:15, Abfertigungsschalter am Gate 6. Sowohl Länge der Warteschlange als auch Typus der Wartenden lässt mich ahnen, dass das mit der All-Inclusive Pauschalreise nach Hurghada vielleicht doch keine so gute Idee war. Alte Männer mit dicken Bäuchen und dazu passende Frauen mit merkwürdig gefärbten Haaren (entweder schwarz-rot oder braun-weiß), lauter Klappe und bösen Gesichtern. So, als ob die Katze von der Nachbarlaube wieder ins eigene Gemüsebeet gekotzt hätte.
Was dauert beim Einchecken eigentlich immer so lange? Manche Paare stehen fast eine Viertelstunde am Counter. Ein Airbus A320 hat maximal 180 Sitzplätze. Verteilt auf 4 Checkin-Tanten müsste die Sache in rund 25 Minuten abgeschlossen sein, wenn jedes Paar eine Minute benötigen würde. Aber dem ist leider nicht so. Ich habe knappe zwei Stunden Zeit für meine Studien.
Danach Ärger im Security-Bereich: Oh Wunder, man darf keine Cola-Flaschen mehr im Handgepäck haben? Ist ja was ganz Neues… Unter dem Beifall anderer Wartender bringt jedes zweite Paar einen Berg Kosmetika, Getränke und Sonnenmilch zu dem entsprechend groß dimensionierten Abfallbehälter vor dem Gate. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Tonnen am Ende einen nicht unerheblichen Wert darstellen und heiß begehrt sind.
Im Flugzeug dann vier Stunden lang das unvermeidbare Blöken eines bockigen Kleinkindes hilfloser Eltern, mit gelegentlichen Pausen, da die Stimmbänder nur noch ein erbostes Krächzen zulassen. Mein MP3-Player vermag das leider nicht zu übertönen.
Am Zielflughafen wieder ein paar ganz Schlaue, die den Weg zum Counter ohne Anstehen mit dem lapidaren Hinweis “der Mann da hinten hat aber gesagt…” abkürzen wollen. Ohne Erfolg, dafür aber unter umso heftigeren Unmutsbekundungen als der Bedienstete hinter dem Counter trocken sagt, “der Mann da hinten hat sich geirrt” und unsere Strategen ans Ende der Schlange verweist.
Dann Murren im Hotelbus: Einem älteren, reichlich mit Tätowierungen verziertem Herrn ist es zu eng. Der besorgte Guide fragt höflich, ob alles in Ordnung sei und bekommt ein äußerst unfreundliches “Nein!” entgegengezischt. Man sei hier schließlich kein Gast sondern Kunde und damit König. Mir wird schlecht.
Am Checkin des “Dana Beach Resort” großer Tumult. Eine Frau um die 60 mit albern hochgestecktem Haar pocht lautstark auf ihre pauschalen Rechte. Irgendetwas stimmt nicht mit dem Zimmer, aber niemand versteht, wo eigentlich das Problem liegt. Ich könnte kotzen.
Nachdem man die keifende Dame in einen anderen Bereich der Lobby verschoben hat, bekomme ich meinen Zimmerschlüssel in Form einer Plastikkarte und das obligatorische rote Plastikarmband, das mich fortan als AI-Tourist ausweist und Zugang zu allerlei, insbesondere alkoholischer, Vergnügungen verspricht. (Erst später stelle ich fest, dass ausnahmslos jeder solch ein Band trägt. Vermutlich gehört das einfach dazu.) Außerdem erkläre ich dem freundlichen Herrn hinter dem Tresen, dass mein Freund aus München erst am Abend eintrifft und er bitte ein Zimmer in meiner Nähe vorbereiten möge. Der Mann versteht “Freundin” und gibt mir ein großes Familien-Apartment mit zwei zusätzlichen Schlafzimmern. (Als B. dann am Abend eintrifft gelten wir fortan als schwul. – Tatsächlich fasst mir eines Abends am Buffet ein Gast auf die Schulter und begrüßt mich mit den Worten “Na, du alte Schwuchtel.” Für einen Moment bin ich irritiert, antworte dann aber mit einem Heten-Witz und genieße für den Rest des Abends meine neue Identität.)
Auf dem Zimmer finde ich meinen Koffer und Gelegenheit, ein paar Stunden Schlaf nachzuholen. Gegen 15 Uhr wache ich auf und erfreue mich des milden Klimas. Es sind etwa 20°C bei strahlendem Sonnenschein und moderatem Kindergeschrei. Kindergeschrei? Richtig: Mein Zimmer liegt direkt vor dem Spielplatz. Ich habe aber auch immer ein Glück…
Am Strand treffe ich auf skurrile Experimente aus den Bereichen Mode, Umgangsformen, Unterhaltung (im Fachjargon “Animation” genannt) und Gastronomie. Hier schafft es mein MP3-Player nur mit äußerster Mühe, die debilen Gesprächsfetzen der Strandnachbarn und die Megaphon-Kommandos der Animateure zu neutralisieren. Aus irgendeinem Grund fühlen sich immer die lautesten Schwachmaten zu mir hingezogen und bauen ihre Basis direkt um meine Liege auf.
Gegen Abend statte ich der Geschäftszeile gegenüber dem Resort einen Besuch ab. Etwa 30 Läden in folgender, sich ständig wiederholenden Anordnung: Klamotten, Souvenirs, Papyrus-Bilder, Apotheke. In allen Geschäften finden sich die gleichen Produkte zum gleichen Preis. Tolles Konzept! Vor jedem Geschäft wird man mit einem der folgenden Sätze angesprochen: “Come in, my friend!”, “What’s your name?”, “Where are you from?” – und das in den Sprachen Englisch, Deutsch oder Russisch. Ich gebe mich als Nigerianer aus und werde in Ruhe gelassen.
An einem anderen Abend bringt uns eine Art Sammeltaxi nach Hurghada Downtown. Im Taxi begrüßt uns Mohammed auf Englisch und stellt uns den Fahrer, Ashraf, vor. Mohammed ist Manager. Ihm gehört dieses und vier weitere Taxis. Sagt er. Und dass er Lehrer und Dänen hasst, letztere wegen der Karikaturen. Dann erklärt er uns, dass er einige Zeit in Italien gearbeitet hat. Er weiß aber nicht mehr wo und was. Genau genommen fällt ihm kein einziger Städtename ein. “Only working, working, working.”
Mohammed kann weder lesen noch schreiben, wie sich später herausstellt.
Auf eine detaillierte Beschreibung der tumultartigen Zustände am Buffet während der Massenspeisungen verzichte ich hier aus ethischen Gründen. Ebenso auf eine Kritik der musikalischen Fähigkeiten des ägyptischen Alleinunterhalters und Modern-Talking-Interpreten, dessen Präsenz uns allabendlich zum Trinken gezwungen hat. Nur soviel: Es ist alles etwa so, wie man es sich vorstellt.
Hat aber sehr viel Spaß gemacht, diese Woche in Ägypten!

Kurze Unterbrechung
In etwa einer Woche melde ich mich hoffentlich gut erholt und mit neiderzeugender Gesichtsfarbe wieder zurück. Viel Spaß hier – trotz des Mistwetters! ;-)
Asia-Snack für Alleinstehende

Fluchtwege beachten
Eintrag im Besucherbuch zur Ausstellung 60 Jahre BVV im Rathaus Charlottenburg (2. Etage).
Nicht, dass mich diese Ausstellung (4 Stellwände in einer wenig beachteten Ecke) sonderlich interessiert hätte, aber wenn man im Bürgeramt die Losnummer 97 zieht, während auf der Anzeigetafel die Nummer 58 für rund zwanzig Minuten verharrt, ist man für jede Ablenkung dankbar.
Men, War & Peace
Im SpON habe ich vor ein paar Wochen von der Newton, Nachtwey, LaChapelle-Ausstellung gelesen und war sehr gespannt, wie sich diese unterschiedlichen Stile in einer Ausstellung verbinden lassen.
Gar nicht, könnte die Antwort nüchtern lauten.
Jeder Bereich für sich ist jedoch einen Besuch alle Mal wert. Nachtweys Kriegs- und Krisenfotos sind dabei aber ein ganz besonderes Kaliber. In die weitgehend heilen Welten Newtons und LaChapelles eingebettet, bietet sich dem Betrachter ein Kontrast, der nicht ohne weiteres zu verdauen ist, zumal er doch allzu deutlich unsere tägliche Ignoranz offenbart.
Dagegen ist auch die Installation Window von Reiner Leist im Kaisersaal des Museums harmlos. Sie beeindruckt aber speziell durch ihren dokumentarischen Charakter (Leist fotografierte über einen Zeitraum von 10 Jahren stets aus dem gleichen Fenster mit Blick auf Manhattan, auch im September 2001) und nicht zuletzt aufgrund der Form der Präsentation.
“Men, War & Peace” ist noch bis zum 20. Mai 2007 im Museum für Fotografie zu sehen. Die Ausstellung “Window” endete heute.
2006
Im Blog-Bistro von Herrn Sebas habe ich den folgenden Fragebogen entdeckt von dem ich denke, dass man ihn – jährliche Verwendung vorausgesetzt – irgendwann mal für die Memoiren ganz nützlich finden wird.
Also…
Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Mit dem Rauchen aufzuhören war diesbezüglich eine blöde Idee. Von den 10 Kilo, die ich dabei vor 6 (?) Jahren zugenommen habe stören mich etwa 5, die sich beharrlich weigern, sich entweder in Nichts oder wenigstens in Gehirnmasse zu verwandeln.
Haare länger oder kürzer?
Haare? Ach, die beiden sind kaum noch der Rede wert.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Keine Ahnung. Ich trage seit fast 10 Jahren die gleiche Brille. Wird mal Zeit zum Nachmessen/Wechseln.
Der hirnrissigste Plan?
Ich wollte mal wieder nach Jamaika auswandern.
Die gefährlichste Unternehmung?
Da schwanke ich noch zwischen dieser Weinprobe bei Giovanni und der Überlegung, nochmal nach Augsburg zu fahren.
Der beste Sex?
Nur mit der Ex. – Wobei das “nur” selbstverständlich in Anführungszeichen gehört. Wäre ja möglich, dass sie mitliest…
Die teuerste Anschaffung?
Ein paar Bilder.
Das leckerste Essen?
Keine Frage: Ein Abend im First Floor an meinem Geburtstag.
Das beeindruckendste Buch?
»Allein das Meer« von Amos Oz.
Der ergreifendste Film?
So blöd es klingt, aber ich kann mich an den Namen nicht mehr erinnern. Er lief spät um Fernsehen und ich war halbwegs angetrunken, wollte eigentlich ins Bett und dann war da ein wunderbar melancholischer Film, den ich – in diesem Sinne – ergreifend fand. Ich glaube, er hieß “Olgas Sommer” oder so ähnlich.
Die beste CD?
Pfff…. »Meds« von Placebo vielleicht. Gleichzeitig auch die einzige, die ich in diesem Jahr gekauft habe.
Das schönste Konzert?
»Tosca« von Giacomo Puccini in der Arena di Verona, gleichzeitig auch das einzige, das ich in diesem Jahr besucht habe.
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Jammern.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
…Gedanken an eine Illusion.
Vorherrschendes Gefühl 2006?
Irgendwie blöd, gerade.
2006 zum ersten Mal getan?
Eine Lebensversicherung aufgelöst.
2006 nach langer Zeit wieder getan?
Billard gespielt.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Diese hässliche Nierenbeckenentzündung Anfang des Jahres, Günter Netzers Kommentare zur Fußall-WM (obwohl…) und dieses Blind-Date mit S***.
Da wären dann aber noch so ein paar Punkte…
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass das mit meiner Geldknappheit eine wirklich nur temporäre Erscheinung und der Tipp auf “Morning Star” im zweiten Rennen todsicher ist.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich mache keine Geschenke.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Da gabe es viele. Die schönsten waren Rückhalt, Visionen und Genüsse.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Ich bin müde.”
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Woher soll ich das wissen? Vermutlich “Stimmt so.”
2006 war mit 1 Wort…?
Verbesserungsbedürftig.
Soweit die Liste von Herrn Sebas. Vielleicht noch ein paar Ergänzungen:
Die vermeintlich wichtigsten Ereignisse 2006 waren (in schneller, unüberlegter Folge):
Mein Geburtstag, Fußball-WM, Saddams Abgang.
Ach, vielleicht belasse ich es für den Moment einfach dabei. Natürlich könnte man das alles noch beliebig verfeinern; Erweiterungen nehme ich für das Jahr 2007 gerne auf. Und in diesem Fall scheue ich mich auch nicht davor, nachträglich Ergänzungen einzubringen.
Stabilität




