Armageddon
P. steht auf dem Hof und betrachtet den Himmel, als ich aus dem Haus komme. Irgendetwas stimmt nicht, aber auf den ersten Blick kann ich nicht sagen, was es ist. Ich folge seinem Blick. Es ist bewölkt, aber nicht vollständig bedeckt. Hier und da ist noch blauer Himmel zu sehen.
Da es spät ist, bin ich zunächst nicht irritiert. Die Sonne geht unter und der Mond ist bereits zu sehen. Nicht ungewöhnlich.
Dann aber doch irgendwie. So hell ist der Mond doch sonst nicht, besonders, da er durch die Wolken scheint – und auch die Position passt nicht. Weit, sehr weit außerhalb der Ekliptik. Das fällt schon auf, besonders, wenn man den Anblick seit der Kindheit kennt. Normalerweise erscheint der Mond auf der anderen Seite…
Ich laufe zurück ins Haus und hole meine Kamera. Das muss ich bloggen, denke ich noch kurz und komme wenig später mit dieser für Himmelsfotografie absolut ungeeigneten Knipse zurück. P. steht noch immer so da wie vorhin – nur sein Mund hat sich etwas weiter geöffnet. Und dann sehe ich es auch. Kann gar nicht sein. So schnell bewegt der sich doch nicht. Oder hatte ich vorhin einen anderen Blickwinkel? Und etwas heller ist er auch geworden. Oder liegt es daran, dass es im Haus so dunkel war? Ist er größer geworden? Irgendetwas stimmt hier nicht. – Und langsam wird es etwas beängstigend.
Wir stehen beide mit staunendem Blick nebeneinander und beobachten das Phänomen. Ich vergesse, zu fotografieren. Uns wird mulmig. Es wird wirklich größer und heller. – Und immer schneller.
Für einen Augenblick denke ich an Katastrophenfilme wie Armageddon, Deep Impact oder Meteor.
Aber kann das denn sein? So ohne Vorwarnung? Wir stehen wie angewurzelt da. Zunächst fassungslos, aber dann überschlagen sich die Gedanken. Was ist zu tun? Wegrennen? Wohin? Duck and cover? Keller? Zur nächsten U-Bahn? – Keine Chance. Bei der Geschwindigkeit dauert es höchstens noch ein paar Minuten. Das Ding wird immer größer und heller. Inzwischen sind auch durch die Wolken einzelne Strukturen auf dem Ding zu erkennen. Schwarze Adern auf einer hell gelben Kugel. Etwa wie Blutadern in einem geröteten Auge, nur viel breiter. Und eines ist sicher: Das ist nicht der Mond.
Was tun? Wohin? Radio einschalten? Familie und Freunde anrufen? Oder ist es längst zu spät?
Und dann bin ich aufgewacht.
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2 Kommentare zu “Armageddon”
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ach,und ich dachte es wäre vielleicht ein von einer brauerei gesponsorter beleuchteter heißluftballon? oder war nur der traum von einer brauerei gesponsort? ;-)
ich hatte mal einen weltuntergangstraum, der mit dem satz endete “und jetzt schalten sie die sonne aus”. war auch etwas verstört am nächsten morgen.