Halbfinale
Ein tolles Fest!

Kurz vor dem Ausgleichstor in der zweiten Halbzeit. Eine aufgebrachte Zuschauerin mit lauter Stimme stand auf und benutzte sie:
“Halt’s Maul, Beckmann!”
(Dabei hatte er doch Recht: Spannend war es!)
Kurze Pause

Taxi
Es gibt viel, was man über Taxifahrten schreiben könnte, aber dass mir eine Fahrt zu schnell geht, passiert selten.
Sonntag

Am Wochenende zieht es mich ans Wasser. (Also eigentlich auch unter der Woche, aber das lässt sich leider nicht immer einrichten.) Dieses Mal an den “Südstrand” – also die Gegend um die Glienicker Brücke kurz vor Potsdam. Ein idealer Ort, um die Seele baumeln zu lassen.
Die Anreise ist recht einfach. Man nimmt die S7 nach Potsdam, steigt “Griebnitzsee” aus, läuft eine halbe Stunde in die falsche Richtung, überquert dabei eine Brücke, die man schon von der S-Bahn aus gesehen und für “ziemlich weit entfernt” gehalten hat, bummelt dann einen Kanal entlang, passiert dabei einen Bootsverein und nimmt dann so einen von diesen großen Ausflugsdampfern, die zuverlässig an dieser Ecke auf einen warten. Der bringt einen dann für unschlagbare 5 Euro den ganzen Weg wieder zurück und weiter bis zur Glienicker Brücke; jedenfalls, wenn man sagt, dass man da aussteigen will. Und schon ist man da.
Direkt am Ufer kann man zum Beispiel die Natur bewundern und Vögel beobachten. Besondres Haubentaucher (!) sind hier anzutreffen.
Natürlich kann man auch einfach bloß daliegen und Sekt trinken.
Der Rückweg gestaltet sich jedoch etwas schwieriger – am besten ruft man jemanden an, der einen abholt und zurück in die Zivilisation bringt (das ist in WM-Zeiten da, wo man abends Fußball im Biergarten sehen kann).
Ich frage mich jedoch, wovon ich den Muskelkater habe.
(Und was genau die BVG mit 24-Stunden Metro-Netz meint ist mir auch noch nicht klar.)
Vorspiel
So, die Vorrunden sind beendet. Zeit für eine Zwischenbilanz: Die ersten 5 Euro habe ich bei einer Onlinewette gewonnen: Costa Rica hatte Anstoß im Eröffnungsspiel (warum habe ich nur nicht mehr gesetzt?!). Weitere 3,38 habe ich gewonnen, weil Deutschland Gruppenerster wurde und 5 Euro habe ich verloren, weil Podolski in der ersten Häfte des Eröffnungsspiels kein Tor geschossen hat, der Arsch Taktiker. Soweit das Finanzielle.
Bei den BlogKickers belege ich (zusammen mit einigen anderen) Platz 33 (von 300!). In Cirkses Wettbüro immerhin Platz 7 (von 30). Da ich in den letzten Jahren immer nur knapp am letzten Platz (und dem damit verbundenen Gewinn der Zitronenscheibe mit Dankesschreiben) vorbei geschrammt bin, kann ich mich in dieser Saison glücklich schätzen. Aber es ist ja noch alles offen…
Auch die WM an sich gefällt mir. Ungezwungen, friedlich und spannend. Wirklich eine bislang durchweg gelungene Veranstaltung, die uns der Kaiser da beschert hat. Respekt!
Nach dem Ausscheiden der Soca Warriors, den Favoriten der Herzen aus Trinidad & Tobago, und obwohl ich (vor der WM) auf England als Weltmeister getippt habe, würde ich mich jetzt auch über einen Erfolg der deutschen Mannschaft freuen. In der Vorrunde haben sie eine (zumindest von mir) nicht erwartete Professionalität und Spielfreude gezeigt, die weit über einen Heimvorteil hinaus ging.

Morgen (heute) nun das Spiel gegen Schweden. Ab ca. 15h werde ich im Schleusenkrug sein. Kommt noch jemand?!
(Gerade habe ich 5 Euro gewettet, dass Deutschland den ersten Einwurf bekommt. Quote: 1,8.)
Weltreisen
Wieder habe ich ein paar Stunden mit Google Earth verbracht. Bekannte und unbekannte Orte besucht. Der Strand von Killini/Peleponnes (mit der “Wäscheleine der Erlösung”), das Rex Hotel in Saigon (mit der charmantesten Dachterrasse, die ich von Hotels kenne), den irren Flughafen von Labuan Bajo auf Flores (“Ob das Flugzeug Sie morgen mitnehmen wird liegt in den Händen von Allah.”), das Wrack im Hafen von Black River/Jamaica (“We have big ship for you! Nice ship, man.”) und unzählige andere Orte. Traumhaft! Eigentlich genügend Material für eine ganze Serie.
LED Throwies
Spreeblick hat vor einiger Zeit darüber geschrieben und das Hauptstadtblog auch. Ein alter Hut also, aber ich finde die Idee immernoch spannend.
Jetzt war Paula einkaufen und wir haben unsere ersten eigenen LED Throwies gebastelt.

Geeignete Orte zum Anbringen gibt es überall. Das Schöne an den Throwies ist ja, dass man nichts kaputt macht. Man bringt nur etwas Farbe in die Nacht.
(Anmerkung: Die empfohlenen Magnete sind zu schwach. Kauft stärkere! Und Knopfzellen gibt’s in größeren Mengen recht günstig bei eBay!)
Hat alles nix gebracht…

Also an unserer Unterstützung kann es nicht gelegen haben.
Schade, aber schön, dass ihr dabei gewesen seid! (Und das 0:0 gegen Schweden war großartig!)
[Nachtrag]
Leider erst heute (06.07.06) entdeckt…
Noch mehr Geschenke…
…quasi direkt aus Rotenburg, der Gastgeberstadt von Trinidad & Tobago. (Vielen Dank an SZ und St.!)
Morgen gilt es für die Soca Warriors!
Man stelle sich vor: T&T in der Endrunde… Darauf gleich nochmal die Hymne!
Games People Play
Auch Blogger spielen. Mit Worten und mit Bällen. Wortspiele. Am besten gefiel mir “Wortschnitzelchen”. Aber auch “Schnittchen versenken” hatte etwas.

War ein schöner (schönes?) Brunch!
[Nachtrag]
Noch schnell ein Bild im (von mir nur dilletantisch kopierten) Stil des Dekolleté-Bloggers Glam:
Und die Details des Tages hat Frau Kathleen viel schöner beschrieben… (Mit etwas kombinatorischem Geschick kann man so vielleicht auch erraten, wer hier wer ist.)
The Making of…
Noch ein paar Schnipsel aus der gigantischen Materialsammlung für das Soca Warrior-Video…

Brasilia
Der Plattenladen um die Ecke hat wieder eine tolles Schaufenster:

Historic Ales from Scotland
Super! Die ersten Fan-Geschenke sind eingetroffen. Ein Viererset mit historischen Bieren aus Schottland: “Grozet” (lecker!), “Fraoch” (auch prima!), “Ebulum” (wow! 6,5%) und “Kelpie” (mit Seetank – interessant!).

Und das alles in einer wundervollen Verpackung.
(Thanks to Guy for the beer!)
Dazu folgender Gedanke:
Schickt mir euer Bier – ich trinke es! (Im Zweifel hilft der WG-Genosse.) Inkl. Foto und Nennung des Spenders! Adresse im Impressum.
Prost!
Aufarbeitung
Gleich zwei traumatische Begebenheiten fielen mir ein, als ich MC Winkels Mittelstrahl-Text gelesen hatte.
Erlebnis Nummer 1 traumatisierte mich auf dem Herren-WC irgendwo im Untergeschoss von Halle 2 auf der CeBit (das muss irgendwann Anfang der 90er gewesen sein): Mit bereits erheblichem Druck auf den Ohrläppchen musste noch eine – auf Männer-Klos eher seltene – Prozedur überstanden werden: Das Anstehen.
Da die Schlange zudem noch recht lang war – und alle Wartenden das gleiche Problem hatten – kam man leicht ins Gespräch. Aus nahe liegenden Gründen kann ich mich jedoch an den Inhalt der Unterhaltung nicht mehr erinnern. Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass ich in einer Gruppe indischer IT-Spezialisten stand, aber das glaube ich nicht. Nach gefühlten drei Stunden nervösen hin- und hertretens auf der Stelle war dann endlich der ersehnte Raum der Erlösung sichtbar. Aufgrund der langen Schlange hatte ich eine recht kleine Toilette mit vielleicht vier oder fünf Urinalen erwartet. Stattdessen tat sich ein Saal, nein, eine übergroße Halle, falsch, eine Kathedrale mit einer Reihe von mindestens 50 Entsorgungseinheiten auf. Die bis dahin beeindruckende Architektur zeichnete sich jedoch dadurch aus, dass der Raum zwar sehr lang, dabei aber überaus schmal war. Hinter jedem gerade Pinkelnden stand (praktisch ohne Abstand) ein angespannt nervös Wartender; auf Tuch- bzw. Tütenfühlung, denn mindestens jeder Zweite war mit diversen Plastiktüten verschiedener Hersteller und mit Unmengen an Prospektmaterial beladen (alle anderen schleppten Laptops oder TimeSystems (ich auch) mit sich herum).
Als ich endlich meinen Platz zwischen zwei beleibten Indern gefunden hatte, musste ich nur an die direkt hinter mir Wartenden denken. Es war schrecklich.
Erlebnis Nummer 2 lässt sich kürzer darstellen: Ein mobiles Wellblechklo auf einem Open-Air-Konzert vor dem Reichstag (war wohl Anfang der 80er). Kein Gedränge, viel Platz an der Rinne – aber plötzlich stehen da so zwei Rocker neben mir. Viel Leder, Metall, Stiefel, beängstigende Körpermaße. Tja. Feierabend.
[Nachtrag]
WC-Situation. Professor steht neben Student.
Prof: “Sehen Sie, Fischer, schon wieder haben Sie den Kürzeren gezogen.”
Am See
Was macht man, wenn man den nun endlich einsetzenden Sommer nicht vollständig vor dem WM-Fernseher verbringen will? – Richtig: Man fährt raus an einen See.

Heute ist es der Bernsteinsee bei Velten.
Dort trifft man auf allerhand lustiger Leute, die sich auf ein oder zwei Bretter stellen und an Schnüren über den See ziehen lassen. Immer im Kreis. Das gefällt ihnen.


