Krankenhaus Buch

Ein Ausflug in den Krankenbesuch im Osten. (Nordosten von Berlin.)

Wenn man denkt, es ginge einem schlecht, dann war man mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht im Krankenhaus Buch – in der Anmutung nur noch untertroffen vom Krankenhaus Markendorf bei Frankfurt/Oder.

Es beginnt schon bei der Einfahrt, die eher an eine Russenkaserne erinnert, als an ein Krankenhaus. Ein verfallenes Pförtnerhäuschen. Unbesetzt. Mit großzügigem Abstand verlegten Betonplatten bilden bei guter Sicht einen Weg, der – an einem unbefestigten, sprich matschigen Parkplatz vorbei – zum Haupthaus führt, das ebenfalls wenig Vertrauen erweckt und auf den ersten Blick an ein ausgedientes Gefängnis erinnert. An der “Tür” befinden sich die vertrauten Utensilien einer Notaufnahme – nur leider ist hier keine. Genau genommen ist niemand hier.

Nur eine weitere Tür, die mit den Buchstaben “OP” in ebenso großen wie furchteinflößenden Lettern beschriftet ist.

Auf der Treppe (den Fahrstuhl benutzen Sie besser nicht!) begegnet uns ein vollständig (sogar die Schuhe!) in OP-grün gekleideter Mann, der – offensichtlich in Eile – gleich mehrere Stufen auf einmal nimmt und auch sonst einen eher hektischen Eindruck macht. Bestimmt weiß auch er, warum er den Fahrstuhl meidet. Er ist zu schnell wieder verschwunden, um länger darüber nachzudenken.

Cafeteria im Krankenhaus BuchNachdem wir Station und Patientin erreicht haben beschließen wir, dem Highlight der Anstalt einen Besuch abzustatten: Der Cafeteria!

Charmant.

Es gibt nichts zu essen. Nur Wiener Würstchen hat der Chef de la cuisine noch im Angebot. Zusammen mit einem Wasser (PlastePlatikflasche) für 3,90 €. Immerhin warm. (Das Wasser.)

Krankenhausgastronomie ist selten sterneverdächtig, aber dass man kilometerweit laufen muss, bis man einen Tisch mit sauberer Tischdecke (immerhin!) findet, sollte besonders in Krankenhäusern nicht vorkommen.

Vogelgrippe?Gefallen hat mir aber der aktuelle Bezug zur Vogelgrippe, der im Deko-Bereich der Cafeteria anschaulich dargestellt ist.

Ich erinnere mich an folgende Zeilen:

Im Osten, im Osten
tut alles wenig kosten.

Jedoch im Westen, im Westen
ist’s immer noch am besten.

Ach ja, Y. wird morgen entlassen. Länger wäre auch eine Zumutung.

Kommentare

2 Kommentare zu “Krankenhaus Buch”

  1. mastaMo am 21. Februar 2006 18:58

    Als ich 1998 in Buch war, sah’s da auch schon so aus.
    (Nicht von ungefähr wurde das Gelände für eine Folge der deutschen Akte X-Version “Operation Phoenix” ausgewählt…)

    Gute Besserung für Y.!

  2. mir-jam am 21. August 2006 21:58

    ich war vor kurzem auch pat. im krankenhaus buch.
    ich bin selber krankenschwester und war echt schockiert.
    die atmosphäre und das personal… schrecklich.

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