Wochenende im Schnee
Schön war das, unser Wochenende im Schnee. Begonnen hat es – mit dem Schnee – schon in Berlin. Als wir nämlich am Freitag Abend die Veranstaltung 3&33 im Stadtbad Oderberger Straße (erstes Bild) gerade verlassen hatten, begann es kräftig zu schneien. Davon blieb zwar in Berlin nicht viel übrig, war aber auch nicht in Berlin.
Unser nächstes Treffen mit erheblichen Mengen gefrorenen Wassers hatten wir kurz vor Dresden. Eben noch ein klarer, kalter Wintertag, verwandelte sich dieser in ein weihnachtlich weißes Märchen – wenn man mal davon absieht, dass wir uns auf einer unweihnachtlichen Autobahn befanden und das Auto vor lauter Schreck nicht mehr weiter fahren wollte. Zum Glück passierte das im Bereich einer Auffahrt, so dass wir mehr oder weniger bequem und sicher auf das eintreffen der (gelben) Engel warten konnten.
Sie kamen nicht. Waren aber auch nicht mehr nötig, denn das Auto sprang nach einer knappen Stunde völlig unerwartet wieder an (hatte sich wohl nun an die veränderte Lage gewöhnt) und wir konnten weiter. Zum Glück war es nicht mehr weit.
Nach dem Kaffee bei Freunden machten wir uns auf den Weg zum nächsten Treffpunkt. Der Name des Ortes ist mir entfallen, was aber auch nicht weiter schlimm ist, denn wir haben ihn nie erreicht: Der kleine Fiat Tipo hatte mal wieder keine Lust und auch mit viel gutem Zureden war daran nichts zu ändern. Wir schafften es mit Mühe zurück zu unserem Ausgangsort in Dresden und probierten es erneut mit den gelben Engeln. Ein freundlicher Vertreter dieser Gattung erschien etwa eine Stunde später, untersuchte den Patienten und fand hinten im Motorraum einen ebenso unauffälligen wie frei in der Luft schwebenden Schlauch, der wegen offensichtlicher Porosität von einem Steuergerät angerutscht war und dem armen Auto so nicht mehr mitteilen konnte, was für den Motor gut und/oder nötig gewesen wäre. Toll, wenn sich jemand mit dieser Technik so gut auskennt!
Inzwischen hatte es kräftig weiter geschneit und – auch wenn das Auto nun eigentlich wieder funktionieren sollte -, so ließen es die Straßenverhältnisse längst nicht mehr zu, dies unter Beweis zu stellen.
Am nächsten Tag, auf dem Rückweg nach Berlin haben wir einen Zwischenstopp in der Gegend um Großräschen eingelegt, wo ich zum ersten Mal einen Blick auf Tagebaulandschaft werfen konnte (bislang kannte ich das nur aus Büchern und Fernsehbeiträgen). Da gibt es also in der Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf eine ziemlich große rostige Maschine mit dem klangvollen Namen F60, die dort Braunkohle (und damit das möglich wurde vorher ganze Dörfer) abgebaut hat. Tolles Ding (siehe unteres Foto).
Mindestens ebenso beeindruckend sind die Löcher, die Maschinen dieser Art hinterlassen. In einem nicht völlig von Menschen überlaufenen Ausstellungszentrum in Großräschen (zu Zweit waren wir an diesem Tag die einzigen Besucher, wie das vierköpfige Empfangskommittee recht teilnahmslos und etwas mürrisch – denn sie mussten extra für uns das Licht einschalten – zugab) haben wir uns darüber informieren können, wie die riesigen Gebiete nun bis zum Jahr 2016 in Seen umfunktioniert werden sollen. Geradezu “blühende Landschaften” sollen entstehen. – Na, da bin ich aber gespannt!
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Ein Kommentar zu “Wochenende im Schnee”
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Achje… ich bin Exil-Großräschener und liebe meine Heimatstadt sehr, kann jedem auch nur empfehlen, sich die Tagebaulandschaft dort anzuschauen (oder auch, bei mehr Zeit, sich in den Kiefernwäldern auf der anderen Seite des Orts zu verlieren…) – aber wieso nur überrascht es mich gar nicht, zu lesen, daß Besucher mürrisch behandelt werden? :-( Aufwachen, Räschener, sonst wird das nie etwas mit dem Tourismus!