Algorithmus und Zufall
So der Titel einer kleinen, aber sehenswerten Ausstellung im DAM, auf die uns eine liebe Freundin hinwies. Der Pionier der digitalen Kunst, Frieder Nake, stellt Werke von sich und seinen Studenten aus. Zur Eröffnung erschien auch Horst Zuse (im Bild rechts neben dem Künstler).

Der Anlass erinnerte mich an meine ersten Berührungen mit dem Computer. Vor vielen, vielen Jahren (es muss so um 1980 herum gewesen sein), habe ich mit einer kleinen Gruppe von Enthusiasten Planetenbeobachtung betrieben. Nächtelang betrachteten wir den Planeten Jupiter und zeichneten am Teleskop der Wilhelm-Foerster-Sternwarte die Wolkenringe des Planeten. Da sich dieser in nur knapp 10 Stunden einmal um seine Achse dreht (ganz schön schnell, wenn man bedenkt, dass er im Durchmesser rund 12x so groß wie die Erde ist), konnte man innerhalb einer (Winter-) Nacht eine komplette Rotation mitverfolgen und so eine vollständige Wolkenkarte anfertigen. Diese Zeichnungen wurden dann vermessen und elektronisch weiter verarbeitet. Dazu gehörte auch der Plot der Daten auf Papier, was – nicht nur bei Programmfehlern – ähnlich aussah wie die Kunst von Frieder Nake.
Kommentare
Ein Kommentar zu “Algorithmus und Zufall”
Schreibe einen Kommentar


Wiederum eine gute Freundin hat mir die Seite aus dem Netz zugespielt, auf die ich niemals im ganzen Leben gestossen waere, da ich ein Netzmuffel bin. In der Tat ist die kleine Ausstellung im [DAM] Berlin (Tucholskystr. 37) eine Preziose insofern als sie eine schmucke Sammlung von Grafiken aus den Jahren 1965 und 1966 zeigt, dazu aber eine interaktive Installation und eine nicht endende Bilderstaffel auf vier Monitoren in parallel. Sie werden von einem Mac betrieben.
Der Gag ist, dass zwei alte Programme wieder aufgegriffen worden sind und in modernisierter Form die damaligen Werke flüssig und dynamisch wieder erstehen lassen. Den Fortschritt in der Bildlichkeit kann man in der Galerie unmittelbar beobachten.
Frieder